Der goldene Cappuccino im Emirates Palace

Abu Dhabis berühmtester Kaffee – und warum er mehr ist als ein teures Getränk

Es gibt Reiseerlebnisse, die man nicht braucht. Und dann gibt es welche, bei denen man hinterher froh ist, sie gemacht zu haben, nicht wegen dem, was man konsumiert hat, sondern wegen dem, wo man war und was man dabei gedacht hat. Der goldene Cappuccino im Emirates Palace in Abu Dhabi gehört zur zweiten Kategorie.

Abu Dhabi ist eine Stadt, die dripping with wealth ist. Das Emirates Palace ist kein gewöhnliches Hotel, es ist ein architektonisches Meisterwerk. Wer das Gebäude zum ersten Mal sieht, versteht den Begriff Palast auf eine neue Art. Nicht als historische Beschreibung, sondern als aktuelle Tatsache.

Das Hotel – auch ohne Übernachtung einen Besuch wert

Das Emirates Palace erstreckt sich über 100 Hektar mit gepflegten Gärten, Springbrunnen und palmengesäumten Boulevards am westlichen Ende der Corniche. Über hundert Kuppeln krönen den sandfarben schimmernden Bau.

Die zentrale Kuppel mit einem Durchmesser von 42 Metern ist mit reinen Silber- und Goldmosaiken bedeckt. Die Farbe des Gebäudes soll die verschiedenen Schattierungen des Wüstensandes widerspiegeln.

Was die meisten nicht wissen: Man muss dort keine Nacht buchen, um hineinzukommen. Nicht-Gäste sind willkommen, um durch die öffentlichen Bereiche zu spazieren, die Gärten zu besichtigen oder einfach in einem der eleganten Cafés Platz zu nehmen. Das Personal ist an Touristen gewöhnt, die durch die Gemeinschaftsbereiche wandern. Wer durch die Sicherheitskontrolle am Eingang ist, kann sich frei bewegen. Die Marmoreingangshalle allein ist einen Besuch wert.

Der goldene Cappuccino – was er ist und was er nicht ist

Der Palace Cappuccino ist ein hochwertiger aromatischer Kaffee, bestreut mit echten 24-Karat-Goldflocken, was ihn zu einem Geschmack von Royalty macht und zu etwas, das man so noch nie probiert hat.

So weit die offizielle Beschreibung. Die ehrliche Beschreibung klingt so: Der Palace Cappuccino ist mit echten Goldflocken bestreut und mit einem aufwendigen Muster im Schaum dekoriert. Er kommt in einer eleganten kleinen Porzellantasse.

Und wie schmeckt er? Wie ein Cappuccino. Die Goldflocken haben so gut wie keinen Eigengeschmack. Praktisches Problem: Sie fliegen leicht weg, wenn man auch nur minimal in ihre Richtung atmet.

Das klingt nach Enttäuschung, ist es aber nicht. Denn darum geht es beim goldenen Cappuccino gar nicht. Es geht um den Ort, den Moment, die Absurdität, in einem der pompösesten Hotels der Welt zu sitzen und Kaffee mit echtem Gold zu trinken. War es der beste Kaffee überhaupt? Nicht wirklich. Aber das Erlebnis war großartig.

Camelccino – die zweite Option

Neben dem goldenen Cappuccino gibt es noch eine Besonderheit auf der Karte, die deutlich weniger Touristen bestellen, obwohl sie eigentlich die interessantere Wahl ist.

Der Camelccino ist ein Cappuccino aus Kamelmilch. Kamelmilch ist in der arabischen Welt kein Exotikprodukt, sie gehört seit Jahrhunderten zur Ernährung der Beduinen. Sie ist leicht süßlich, etwas dünner als Kuhmilch und hat einen charakteristischen, leicht salzigen Unterton. Wer das probieren möchte, was wirklich zur Geschichte dieser Region gehört, greift zum Camelccino statt zum Gold. Beide zusammen zu bestellen ist natürlich auch eine Option.

Was ein Besuch kostet

Der goldene Cappuccino kostet rund 60 AED, was etwa 15 bis 16 Euro entspricht. Andere Quellen nennen Preise von bis zu 25 Euro, je nach aktuellem Wechselkurs und Saison. Das ist viel für einen Kaffee. Es ist wenig für ein Erlebnis.

Eine Reservierung ist nicht zwingend notwendig. Man geht einfach hinein. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass man warten muss oder gerade kein Platz frei ist. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann über die Hotelwebsite reservieren.

Der Cappuccino wird laut aktuellen Berichten im Restaurant Episodes im vierten Stock serviert. Das ehemalige Le Café, das jahrelang der klassische Anlaufpunkt für den goldenen Cappuccino war, hat seinen Betrieb in dieser Form eingestellt. Es lohnt sich, vor dem Besuch kurz zu prüfen, wo genau er aktuell serviert wird.

Das Emirates Palace als Erlebnis jenseits des Kaffees

Im Hotel betreiben Michelin-prämierte Köche einige der Küchen, während andere lässige Gerichte auf Terrassen mit Meerblick servieren. Wer länger bleiben möchte als für einen Kaffee: das Mezlai Restaurant im Emirates Palace gilt als eines der besten emiratischen Restaurants der Stadt. Im Hotel gibt es auch einen Goldbarren-Geldautomaten, was man gesehen haben muss, um es zu glauben.

Man fühlt sich wie ein König, auch als normaler Besucher ohne Zimmerreservierung. Die Details sind so aufwendig, die Schönheit unvergleichlich. Man fühlt sich allein durch die Anwesenheit in diesem Palast wie Royalty.

Lohnt es sich?

Ja. Nicht wegen des Kaffees. Wegen allem anderen drum herum. Der goldene Cappuccino im Emirates Palace ist eines dieser Dinge, die man in Abu Dhabi einmal gemacht haben sollte, weil sie so perfekt das Selbstverständnis dieser Stadt widerspiegeln. Luxus nicht als Versehen, sondern als bewusste Entscheidung. Überfluss nicht aus Geschmacklosigkeit, sondern aus der tiefen Überzeugung, dass das Leben schön sein darf. Und manchmal auch goldglänzend.