Der Zayed International Airport Abu Dhabi

Erste Eindrücke vom neuen Terminal A – wenn ein Flughafen selbst schon ein Erlebnis ist

Eine Reise beginnt und endet am Flughafen. Das vergisst man gerne, weil Flughäfen in den meisten Köpfen als notwendiges Übel abgespeichert sind. Schlangestehen, Sicherheitskontrollen, überteuerte Sandwiches in beigen Wartehallen. Abu Dhabi macht da etwas anders. Wer das neue Terminal A des Zayed International Airport betritt, merkt das sofort.

Der erste Eindruck nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug lässt sich so beschreiben: Man denkt kurz, man sei in einem falschen Gebäude gelandet. So hell, so hoch, so ruhig.

Ein neues Terminal, das Geschichte schreibt

Ab dem 14. November 2023 wurden alle Flüge in das neue Terminal A verlegt. Passend dazu wurde der Flughafen umbenannt und heißt seit dem 9. Februar 2024 offiziell Zayed International Airport.

Das 742.000 Quadratmeter große Terminal A gehört zu den größten Flughafenterminals der Welt. Es kann bis zu 45 Millionen Reisende pro Jahr, bis zu 11.000 Fluggäste pro Stunde und maximal 79 Flugzeuge gleichzeitig abfertigen.

Wer diese Zahlen liest, nickt vielleicht gleichgültig. Wer dann wirklich durch die Eingangshalle läuft, versteht sie. Die Dimensionen sind schlicht schwer zu fassen. Und trotzdem fühlt sich das Gebäude nicht wie eine überdimensionierte Lagerhalle an, sondern wie ein Ort, der mit Absicht gebaut wurde.

Für den Hollywood-Film Mission Impossible – Dead Reckoning Teil Eins wurden einige Filmszenen mit Tom Cruise im neuen Terminal gedreht. Das sagt etwas aus. Nicht über den Film, sondern über das Terminal.

Wie es sich anfühlt, dort anzukommen

Als Transitpassagier angekommen, geht es zunächst durch die Sicherheitskontrolle, bevor man mit der Rolltreppe in das beeindruckende neue Terminal gelangt. Hohe Decken, viel natürliches Licht und ein elegantes Design fallen sofort ins Auge.

Das Licht ist tatsächlich das Erste, was einem auffällt. Viel Tageslicht dringt von oben in das Gebäude ein. In einem Flughafen, der mitten zwischen zwei Rollbahnen in der Wüste steht, ist das keine Selbstverständlichkeit. Die Architekten haben es trotzdem hinbekommen, und es macht den Unterschied zwischen einem Ort, an dem man warten muss, und einem Ort, an dem man gerne ist.

Der erste Gedanke nach der Ankunft war: Hier riecht es nach nichts. Das klingt banal, ist es aber nicht. Wer viel fliegt, kennt den Geruch alter Flughäfen. Einen Mix aus Kerosin, Fastfood, synthetischen Teppichen und dem kollektiven Schweiß von Millionen Reisenden. Terminal A riecht nach Luft. Das ist ein Qualitätsmerkmal, das man auf keiner offiziellen Rangliste findet und das trotzdem sofort wirkt.

Orientierung und Wege

Das Flughafengebäude ist riesig und sehr modern. Aufgrund seiner Form sind die Wege relativ kurz, und selbst die entlegensten Ecken des Terminals können von der Sicherheitskontrolle aus innerhalb von 15 Minuten zu Fuß erreicht werden.

Das stimmt im Prinzip, aber es gibt ein Aber. Die Piers, an denen die Gates liegen, sind lang. Wer ein Gate am Ende von Pier C oder D erwischt, läuft eine Weile. Gut, dass es Rollbänder gibt. Die Beschilderung ist klar, die Hinweisschilder auf Englisch und Arabisch gut lesbar, und wer verloren geht, findet schnell jemanden, der hilft.

Terminal A ist mit neuesten Technologien ausgestattet, darunter miteinander verknüpfte biometrische Systeme, die die Abfertigungsprozesse durch Digitalisierung verkürzen. Selbstbedienungskioske und optimierte Sicherheitskontrollpunkte sowie modernste Gepäckabfertigungstechnik gehören dazu.

Die biometrischen E-Gates bei der Einreise funktionieren schnell und zuverlässig. Wer die Etihad-App vorher nutzt und sich registriert, kommt noch zügiger durch. Das Gepäck erscheint nach unserer Erfahrung etwas schneller als an vergleichbaren europäischen Flughäfen, was nicht selbstverständlich ist bei einem so großen Betrieb.

Shopping, Essen und was man sonst noch findet

Die Shopping-Möglichkeiten am Flughafen Abu Dhabi wurden bei den Frontier Awards 2025 als bester Flughafen für Retail ausgezeichnet. Mit über 119 Einzelhandelsgeschäften auf einer Fläche von 37.500 Quadratmetern bietet das Terminal A eine Auswahl von Luxusmarken über Duty-Free-Artikel bis hin zu traditionellen arabischen Souvenirs.

Wer Datteln, Gewürze oder Ouds als Mitbringsel kaufen möchte, findet sie direkt im Duty-Free-Bereich. Die Auswahl an arabischen Produkten ist deutlich besser als an den meisten europäischen Flughäfen, und die Preise für lokale Produkte sind faire. Internationale Luxusmarken hingegen kosten in Abu Dhabi genauso viel wie anderswo auch, manchmal mehr.

Zahlreiche Shops und Restaurants bieten für jeden Geschmack etwas, auch für diejenigen ohne Lounge-Zugang. Wer in der Economy-Klasse sitzt und trotzdem gut essen möchte, findet Optionen. Sie sind teurer als in der Stadt, aber das gilt für jeden Flughafen der Welt.

Die Etihad Lounge – für alle die Zugang haben

Die neue Etihad Business Class Lounge erstreckt sich über drei Etagen. Die Bar ist mit einer Lichtskulptur geschmückt, die die Skyline von Abu Dhabi darstellen soll. Auf Level 5 gibt es einen langen Korridor mit Sitzgelegenheiten und Blick auf das Vorfeld sowie Familienzimmer und 18 Duschsuiten. Man kann sich auf eine Warteliste setzen lassen und erhält einen Pager, wenn eine Duschkabine frei wird.

Die Lounge ist nicht leicht zu finden. Sie liegt zwischen den Gates C27 und D43, der Gang davor wirkt dunkel und unscheinbar. Wer Wegweiser an der Decke folgt, kommt trotzdem hin.

Der Flughafen als erste und letzte Begegnung mit Abu Dhabi

Flughäfen sind die Visitenkarte einer Stadt. Wer in Abu Dhabi landet, bekommt eine Visitenkarte, die passt. Klar, ruhig, groß, ordentlich, modern ohne kalt zu sein. Das Terminal sagt eigentlich dasselbe über die Stadt wie die Sheikh Zayed Moschee, der Qasr Al Watan und die sauberen Straßen: Hier wird etwas mit Absicht gebaut. Nicht weil es sein muss. Sondern weil man möchte, dass es beeindruckt.

Für seine hervorragenden Services und hochmodernen Einrichtungen wurde der Zayed International Airport zum besten Flughafen im Nahen Osten gekürt. Wer einmal dort war, nickt dazu. Nicht aus Pflicht. Sondern weil es stimmt.